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Titelbild - Bürger
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Vorlage - 2019/038/VV  

Betreff: Kindergarten Arche in Heinde
Status:öffentlichVorlage-Art:Verwaltungsvorlage
Verfasser:1. Räther, Heiko
2. Roggatz, Jeniffer
Produkt:36.05.01
Federführend:Fachbereich 2 Beteiligt:Fachbereich 3
Bearbeiter/-in: Räther, Heiko  Fachbereich 1
Beratungsfolge:
Ausschuss Fachbereich 2 (Bildung, Kinderbetreuung, Sicherheit und Ordnung, Personal) Vorberatung
06.06.2019 
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses Fachbereich 2 (Bildung, Kinderbetreuung, Sicherheit und Ordnung, Personal) ungeändert beschlossen   
Schulausschuss Vorberatung
12.06.2019 
Sitzung des Schulausschusses geändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Vorberatung
Stadtrat Entscheidung
20.06.2019 
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Stadtrates geändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Erläuterungen:

Wie bereits zuletzt im Ausschuss Fachbereich 2 am 28.02.2019 erörtert, muss für die Zukunft des Kindergartens Arche im Ortsteil Heinde eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das jetzige Gebäude des Kindergartens im evangelischen Pfarrhaus in Heinde saniert und ein Erweiterungsbau errichtet wird oder der Kindergarten auf dem Grundstück der Heinder Schule komplett neu gebaut wird.

 

Der Kindergarten befindet sich in der Trägerschaft des evangelischen Kirchenamtes Hildesheimer Land – Alfeld; das Gebäude gehört der Kirchengemeinde Innerstetal und wird etwa zur Hälfte als Pfarrhaus genutzt. Der Kindergarten verfügt über 50 Plätze in zwei Gruppen. Er wurde ursprünglich nur vormittags betrieben, ermöglicht aber inzwischen für 25 Kinder die Ganztagsbetreuung. Diese aktuelle Belegung und Nutzung ist in den letzten Jahren aufgrund des enorm gestiegenen Bedarfs entstanden, ohne dass die ohnehin enge räumliche Situation angepasst worden ist.

 

Seitens des Landesjugendamtes als zuständiger Behörde für die Betriebserlaubnis wurde seit längerer Zeit bemängelt, dass dieser Zustand auf Dauer nicht akzeptabel ist. Entweder müsse die Zahl der betreuten Kinder reduziert werden oder entsprechend den aktuellen Vorgaben für Kindertagesstätten die räumliche Situation durch einen Erweiterungsbau

verbessert werden. Eine Reduzierung der angebotenen Plätze kommt aufgrund der aktuellen Bedarfsentwicklung jedoch nicht in Frage.

 

Im Jahr 2017 hat deshalb der Verwaltungsausschuss seine Zustimmung gegeben, dass am Kindergarten angebaut und damit der Bestand mit den 2 Gruppen für die Zukunft gesichert werden soll. In diesem Zusammenhang  sollte auch eine Sanierung zur Beseitigung bestehender baulicher Mängel erfolgen. Für diese Investitionsmaßnahme waren seinerzeit gut 300 TEUR eingeplant.

 

Bei der Vorbereitung der Baumaßnahmen hat sich dann aber herausgestellt, dass zum einen die Sanierung aufwändiger werden würde, zum anderen auch die Gründung des Anbaus Mehrkosten verursachen wird. Schließlich wurde bei den erforderlichen Bodenbeprobungen ein Bleigehalt im Boden festgestellt, der für die Nutzung als Außengelände  eines Kindergartens nicht akzeptabel ist.

 

Aus diesem Grund musste die Investitionsmaßnahme „Sanierung und Erweiterungsbau“ komplett überplant werden. Die aktualisierte Kostenschätzung nach DIN 276 hat nunmehr eine Investitionssumme von 650.000 € zum Ergebnis. Darin enthalten ist auch die Entsorgung des bleibelasteten Bodens. (Nicht berücksichtigt ist die in der Kostenschätzung angenommene Kostensteigerung, da diese auch in der Alternative „Neubau“ nicht angesetzt wurde.)

 

Wegen dieser drastisch gestiegenen Investitionssumme wurde die Überlegung angestellt, ob nicht ein kompletter Neubau des Kindergartens wirtschaftlicher und konzeptionell sinnvoller sein kann. Mit dem Schulgrundstück in der Freiherr-vom-Stein-Straße wurde  ein geeignetes Grundstück gefunden, auf dem der Neubau errichtet werden könnte. Die Kostenschätzung für einen adäquaten Neubau eines 2-gruppigen Kindergartens weist eine Investitionssumme von 1.023.000 € aus. Für diesen Neubau wäre nicht mehr die Kirche bzw. das Kirchenamt Eigentümer und damit Bauherr, sondern die Stadt selbst.

 

Die Investitionskosten, die bei der Alternative „Neubau“ um rund 375.000 € höher sind, lassen jedoch noch keinen Rückschluss auf die Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit der beiden aufgezeigten Alternativen für den Kindergarten in Heinde zu. Aus diesem Grund wurde mit Hilfe einer Kostenvergleichsrechnung die wirtschaftlichere Alternative ermittelt. Ergänzend dazu sollen mit Hilfe einer Nutzwertanalyse die „weichen Faktoren“ einer Standortentscheidung bewertet werden.

 

Um im Falle einer Entscheidung für einen Neubau möglichst keinen zeitlichen Verzug zu haben, wurde parallel zur Kostenermittlung bereits die Änderung des Bebauungsplans für das Schulgrundstück initiiert (siehe hierzu auch Vorlage 2019/043/VV).

 

  1. Wirtschaftlichkeit/Kostenvergleichsrechnung
     

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass die beiden Alternativen wegen der unterschiedlichen Finanzierungsstruktur hinsichtlich der absoluten Investitionssumme nur schwer vergleichbar  sind. In der Alternative „Sanierung und Erweiterung“ wird kein Vermögen der Stadt geschaffen, sondern die Finanzierung durch die Stadt läuft über die Betriebskosten, denen der Schuldendienst (Kapitalkosten) zugerechnet wird. Dabei hat die Stadt die nach Abzug etwaiger Zuschüsse Dritter (wie hier der evangelischen Kirche) verbleibenden Kosten über einen Kredit, der eine Laufzeit von max. 15 Jahren hat, zu tragen. Die Belastung des städtischen Haushalts im Ergebnis- und Finanzhaushalt ist dabei gleich.

Bei der Alternative „Neubau“ wird neues städtisches Vermögen geschaffen, das auch mit dem jeweiligen Buchwert in der Bilanz auftaucht. Davon ausgehend, dass die nach Abzug etwaiger Zuschüsse Dritter verbleibende Investition komplett fremdfinanziert wird, entstehen unterschiedliche Belastungen im Ergebnis- und im Finanzhaushalt. Im Ergebnishaushalt wird neben den Zinsen der jeweilige Werteverzehr über die Abschreibungen dargestellt, während im Finanzhaushalt der tatsächliche Mittelabfluss für das Darlehen zur Finanzierung der Investition berücksichtigt wird. In der Kostenvergleichsrechnung wurde bei den Abschreibungen von einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 50 Jahren ausgegangen.

 

Bei der Kostenvergleichsrechnung handelt es sich um eine statische Methode der Investitionsrechnung.  In diesem Fall wird eine einfache Kostenvergleichsrechnung für ausreichend gehalten, die ausschließlich die jährlichen Kapitalkosten über einen Zeitraum von 15 Jahren betrachtet.

 

In dieser Kostenvergleichsrechnung werden die laufenden Kosten für den Betrieb der Einrichtung nicht mit betrachtet. Hierbei handelt es sich vor allem um die Personalkosten, die Instandhaltungskosten sowie die Bewirtschaftungskosten, zu denen folgende Erläuterungen gegeben werden:

 

Die Personalkosten werden bei beiden Varianten gleich sein, da der Kindergarten vom gleichen Träger und in unveränderter Gruppengröße betrieben werden soll.

 

Bei den Bewirtschaftungskosten ist grundsätzlich davon auszugehen, dass der Neubau gegenüber dem sanierten Gebäude geringere Energiekosten verursachen dürfte.

 

Größere Unterschiede zugunsten des Neubaus wird es bei den Instandhaltungskosten geben. Im Falle eines Neubaus ist davon auszugehen, dass im zugrunde gelegten Betrachtungszeitraum von 15 Jahren die Instandhaltungskosten bei einem kompletten Neubau sehr gering ausfallen werden. Das gilt auch für den Erweiterungsbau am Pfarrhaus. Der zu sanierende Teil des Bestandsgebäudes wird jedoch einen wesentlich höheren Instandhaltungsaufwand verursachen, der sich allerdings aktuell nicht in konkrete Zahlen fassen lässt. Hierbei ist vor allem auch die Regelung des Betriebsführungsvertrages zu berücksichtigen, wonach die Stadt die Kosten der Bauunterhaltung und der Bauinstandsetzung für den als Kindergarten genutzten Gebäudeteil in vollem Umfang und anteilig für das gesamte Gebäude nach Nutzfläche (29 %) zu tragen hat.

 

Die Kostenvergleichsrechnung ist als Anlage beigefügt.

 

Aufgrund der oben beschriebenen unterschiedlichen Finanzierungsstruktur zeigt sich, dass die Belastung für den städtischen Ergebnishaushalt innerhalb des Betrachtungszeitraums von 15 Jahren bei der Alternative „Neubau“ geringer ausfällt als bei der „Sanierung mit Erweiterung“.

Im Finanzhaushalt ist hingegen die Belastung durch den Neubau etwas höher als bei der „Sanierung/Erweiterung“. Das liegt daran, dass für den aufzunehmenden Kredit ein Tilgungszeitraum von 30 Jahren gewählt wurde, der unterhalb der Nutzungsdauer von 50 Jahren liegt, die wie bereits beschrieben, Grundlage für die Berechnung der Abschreibungen ist. Die Tilgung über 30 Jahre macht aber deshalb Sinn, weil für den gesamten Zeitraum eine Zinsbindung und damit eine verlässliche Planung möglich ist.

 

In beiden Alternativen geht die Verwaltung davon aus, dass es eine nennenswerte Beteiligung durch den Landkreis durch die Zahlung von Investitionskostenzuschüssen geben wird. Aufgrund der laufenden Verhandlungen und der demzufolge unklaren Höhe wurde auf eine Berücksichtigung dieser Investitionskostenzuschüsse verzichtet.

 

Aus Sicht der Verwaltung sprechen die Ergebnisse der Kostenvergleiche für die Alternative „Neubau“.

 

 

  1. Nutzwertanalyse


Die Nutzwertanalyse ist ein Verfahren zur Entscheidungsfindung für eine von mehreren Alternativen bei Zielpluralität und insbesondere bei Zielkonflikten. Sie wird deshalb vor allem dann angewandt, wenn in einer Entscheidungssituation


• eine monetäre Bewertung der Alternativen nicht allein zur Entscheidungsfindung ausreicht,

• mehrere Alternativen vergleichbar sind und

• eine Mehrzahl von entscheidungsrelevanten Größen zu beachten ist. Hierbei handelt es sich häufig auch um sogenannte weiche Faktoren.

 

Folgende Bewertungskriterien werden seitens der Verwaltung neben dem finanziellen Vergleich für relevant gehalten:

-         Erweiterbarkeit / Zukunftsfähigkeit / Flexibilität

-         Barrierefreiheit

-         Verkehrsanbindung; An- und Abfahrtssituation

-         Pädagogische Möglichkeiten / Kooperation mit der Grundschule

-         Möglichkeiten der Ortsentwicklung

Für diese Bewertungskriterien wurde eine Matrix zur Gewichtung und Bepunktung erstellt. Bei der Gewichtung wurden alle Kriterien gleich hoch mit jeweils 20 % angesetzt. Für die Bepunktung wurde eine Spanne von 1 bis 5 Punkten gewählt (1 = schlechte Erfüllung ; 5 = beste Erfüllung). Die sich danach ergebende Matrix ist ebenfalls als Anlage beigefügt. Die konkrete Bepunktung in der Spanne von 1 bis 5 Punkten ist natürlich schwer mit objektiven Maßstäben messbar und man kann durchaus zu anderen Werten kommen. Im Ergebnis wird es seitens der Verwaltung aber für eindeutig gehalten, dass der „Neubau“ bei allen Kriterien besser abschneidet und schon deshalb eine höhere Punktzahl erhalten muss. 

 

Auch die Nutzwertanalyse hat daher zum Ergebnis, dass die Alternative „Neubau“ zu favorisieren ist.

 

 

Schulentwicklung

 

In der Variante Neubau ergibt sich bedingt durch den Standort ein weiterer positiver Effekt für die Umsetzung des Schulentwicklungskonzepts. Um auch am Schulstandort Heinde eine Nachmittagsbetreuung zu etablieren, könnte im Rahmen des Kindergarten-Neubaus der Bau einer Mensa erfolgen. In den beigefügten Plänen und Kostenschätzungen ist der Bau dieser Mensa berücksichtigt und gesondert ausgewiesen. Danach fallen für den Bau der Mensa zusätzlich 168.000 € an, so dass die Gesamtsumme des Neubaus 1.191.000 € beträgt. Hierbei ist besonders darauf hinzuweisen, dass der Bau nur einer Küche erforderlich ist, die von beiden Einrichtungen (Schule und Kindergarten) genutzt werden kann. Außerdem könnte mit der Mensa ein Raum geschaffen werden, der sowohl von der Schule als auch vom Kindergarten für Veranstaltungen genutzt werden kann.

 

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:
 

  1. Der Kindergarten Arche in Heinde wird auf dem Schulgrundstück in der Freiherr-vom-Stein-Straße neu gebaut. Die erforderlichen Mittel dafür sind im 1. Nachtragshaushalt 2019 bzw. im Haushalt 2020 zur Verfügung zu stellen.

 

  1. Die Verwaltung wird beauftragt, mit dem Träger des Kindergartens, dem Kirchenamt Hildesheimer Land - Alfeld, die erforderlichen Änderungen des Betriebsführungsvertrages zu vereinbaren.

 

  1. Gleichzeitig mit dem Kindergartenneubau wird eine Mensa zur Erweiterung der Grundschule errichtet, um die nach dem Schulentwicklungskonzept vorgesehene Nachmittagsbetreuung zu ermöglichen.

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Auswirkungen auf den Stadtentwicklungsprozess "Konsequent in die Zukunft“:

Aus dem Aktionsbereich Wohnen ergibt sich der Anspruch, Bad Salzdetfurth für junge Familien attraktiv zu machen. Der weitere Ausbau von Bildung und hier speziell der Betreuung von Kindern ist fortzuführen

 

Finanzielle Auswirkungen:

 
Alternative „Sanierung/Erweiterung“: Erhöhung der Betriebskosten zur Deckung der Betriebskostendefizite der Träger der Kindertagesstätten, voraussichtlich ab dem Jahr 2020

 

Alternative Neubau: Veranschlagung der erforderlichen investiven Mittel im Nachtrag 2019 und Haushalt 2020

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlage/n:
 

- Kostenschätzungen

- Grundrisse

- Kostenvergleichsrechnung

- Nutzwertanalyse

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 5 2 1.2 Grundriss Sanierung und Erweiterung (175 KB)    
Anlage 2 4 2.2 Übersichtsplan Neubau (609 KB)    
Anlage 1 5 3. Kostenvergleichsrechnung (28 KB)    
Anlage 6 6 4. Nutzwertanalyse (22 KB)